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Mitteldeutschlands Ernährungswirtschaft kommt zu jährlichem Branchenevent zusammen.

Das Programm für den 4. Mitteldeutschen Ernährungsgipfel steht fest. Unter dem Thema „Ernährungskultur im Wandel – Automatisierung in Zeiten von Individualisierung“ werden am Dienstag, dem 4. September 2018, ab 10 Uhr im Congress Center der Messe Erfurt wieder hochkarätige Referenten mit den Branchenkennern über die Zukunft der Mitteldeutschen Ernährungswirtschaft diskutieren. Moderiert wird die Veranstaltung von Reiner Mihr, dem Chefredakteur der Lebensmittel Praxis.


Neu dieses Jahr ist, dass man sich bereits am Vorabend auf das Thema des nächsten Tages einstimmen kann. Im Fokus der „Innovativen Impulse“ am 3. September stehen der Wandel unserer Ernährungskultur und das damit einhergehende veränderte Essverhalten. Vorgestellt (und probiert) werden auch verschiedene Ernährungstrends wie Ayurveda, Paleo oder Fusion. Ein Trend wird dabei von Heike und Matthias Quendt, Quendt Innovation GbR, tiefgründiger analysiert und das Bild des „typischen Konsumenten“ gezeichnet.
Wie man den Spagat zwischen dem Trend der personalisierten Ernährung und der voranschreitenden Automatisierung in der Produktion schaffen kann, soll am Folgetag auf dem Mitteldeutschen Ernährungsgipfel betrachtet werden. Nach einer Keynote zu den Chancen und Herausforderungen für die Ernährungswirtschaft von Stefanie Sabet, Geschäftsführerin und Leiterin des Büro Brüssel der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE), nimmt Deutschlands innovativster Trendforscher Sven Gábor Jánszky die Zuhörer mit auf eine visionäre Reise in das Jahr 2030. Neben einem Einblick in den Alltag der Zukunft wird er aufzeigen, wie Konsumenten ihre Waren einkaufen, ob und wie sie mit den Herstellern kommunizieren und welche Auswirkungen dies auf Marketing und Vertrieb haben wird. Jánszky ist Leiter des größten unabhängigen Zukunftsinstituts Europas, der 2b AHEAD ThinkTank GmbH Leipzig.


Den technischen Aspekt des Tagungsthemas decken Dr. Andreas Schlegel vom Fraunhofer IWU Chemnitz und Jörg Flügge von der Batix Software GmbH in Saalfeld ab. Es wird betrachtet, wie die smarte Fabrik der Zukunft aussieht und welche Rolle der Mensch in einem digitalisierten und automatisierten Prozess spielen wird. Spannende Beispiele aus anderen Branchen, wie individualisierte Produkte vollautomatisiert hergestellt werden können, erlauben einen Einblick in die Möglichkeiten der Digitalisierung. Mithilfe Künstlicher Intelligenz hat die Batix Software GmbH ein Projekt mit dem Schweizer Handelskonzern MIGROS umgesetzt, das Geschäftsführer Jörg Flügge vorstellen und live auf der Bühne präsentieren wird.


Schließlich runden Norbert Hegmann, Geschäftsführer der ENSO eCommerce GmbH, und Max Wittrock von der mymuesli GmbH den Gipfel inhaltlich ab. MyEnso verspricht das individualisierte Einkaufen von morgen, bei dem der Kunde das Angebot bestimmt. Die Erfolgsgeschichte von mymuesli ist vielen bekannt. Doch wie haben es die drei Gründer geschafft, den Markt „von hinten“ aufzurollen und wie können über 500 Billarden verschiedene Müslisorten individuell auf die Kundenwünsche zugeschnitten produziert werden?


Das vollständige Programm ist unter www.mitteldeutscher-ernaehrungsgipfel.de abrufbar. Die Anmeldung, auch für die Vorabendveranstaltung, ist ebenfalls über die Webseite möglich. Die Frühbucherpreise gelten zum 20. Juli 2018. Mitglieder der Ernährungsnetzwerke der veranstaltenden Bundesländer erhalten wie gewohnt einen Extrarabatt.

Interview mit Sven Gábor Jánszky: Erst mit der Krise kommt der Wandel

Wer mit Innovationen erfolgreich ist, hat meistens Regeln gebrochen. Sie hebeln die ehernen Gesetze einer Branche aus und sind damit erfolgreich. Einer, der mehr darüber weiß, ist Sven Gábor Jánszky. Reiner Mihr

Sven Gábor Jánszky ist Zukunftsforscher. Er ist ein Querdenker, lehrt an Hochschulen und berät Unternehmer und Unternehmen.

Herr Jánszky, wie wird man eigentlich Trendforscher?
Sven Gábor Jánszky: Heutzutage ist das ganz einfach: Man studiert es. Zukunftsforschung ist inzwischen eine anerkannte Disziplin in der qualitativen Sozialforschung mit eigenen wissenschaftlichen
Methoden. Zu meiner Studienzeit in den 90ern kam man allerdings noch eher auf Umwegen zur Zukunftsforschung. Ich selbst war erst zehn Jahre lang Journalist in der ARD, bevor ich mein
Zukunftsforschungsinstitut gegründet habe. Inzwischen gibt es den 2b AHEAD ThinkTank seit 17 Jahren und wir sind mir 62 Mitarbeitern das größte europäische Zukunftsforschungsinstitut.
Irgendwie sind Sie ja ein moderner Zukunftsdeuter. Wie hoch ist denn ihre Trefferquote?
Ich habe im Jahr 2008, also vor 10 Jahren das Buch „2020 – So leben wir in der Zukunft“ geschrieben. Das ist die Prognose eines ganz normalen Tages im Jahr 2020 mit hunderten von großen und kleinen
Prognosen. Die meisten davon sind bereits eingetreten. Das jüngste Beispiel: Vor vier Wochen hat der CEO von Google auf einer Konferenz einen digitalen Assistenten vorgestellt, der eigenständig
telefoniert und Friseur- und Restauranttermine vereinbart. Genau dies habe ich damals auch beschrieben.

Welcher Trend kommt demnächst ganz sicher?
Demnächst wird es für wenige Euro Routine-DNA-Tests für jedermann geben. Großbritannien startet am 1. Oktober, Deutschland wird folgen. Die Krankenversicherungen zahlen. Wenig später kommen
Urin-analysierende Toiletten und Speichel-analysierende Zahnbürsten. Die Folge ist, dass wir Menschen jederzeit Echtzeitdaten über unseren Körperzustand haben werden. Unser Handy wird sagen:
„Sven, Du bist gerade zu 23% krank. Iss heute bitte den Wirkstoffe X und einen Bakterienmix Y, dann bist Du morgen nur noch zu 15% krank.“ Dies führt zu Medical Food. Nahrungsmittelkonzerne
investieren schon seit Jahren Multimillionen in diesen Trend. Er wird unser Verständnis von Lebensmitteln stark verändern.

Ihre Seminare sind ungewöhnlich: Besteigung des Kilimandscharo, Markteroberung auf hoher See,…. Was bringt das?
Weil all das übliche Changemanagement bei den aktuellen Transformationsprozessen in den Unternehmen nicht funktioniert. Denn es geht hier nicht um Strategien, sondern um das Verändern von
automatisierten Denk- und Verhaltensmustern in unseren Köpfen. Diese kann man sich nicht verbieten oder neu wünschen. Die kann man nur verändern, wenn man sich selbst bewusst in eine Krise
begibt, in der man den alten Denk- und Verhaltensmustern nicht mehr folgen kann. Diese selbstgewollte Krise herbei zu führen ist die wichtigste Aufgabe von Veränderern. Und das geht am besten, wenn
man die Manager an Orte bringt, die sich mit normalem europäischen Manager-Denkweisen einfach nicht managen lassen. Der Aufstieg auf den Kilimandscharo zum Beispiel, oder das Segelsetzen mit
eigenen Händen auf einem Vier-Mast-Segelschulschiff.

Der Begriff „Regelbruch“ ist Ihnen wichtig. Was bringen diese Ausbrüche aus etablierten Strukturen?
Vor fünf Jahren wollte ich die größten Markteroberer in zehn verschiedenen Branchen in Deutschland porträtieren – also jene Unternehmer, die mit einer Innovation den größten Erfolg hatten. Als ich alle
zehn interviewt hatte, stellte ich fest, dass sie eines gemeinsam haben: Sie haben alle die Grundregeln ihrer Branche gebrochen. Sie haben die ungeschriebenen Gesetze einer Branche, an die alle
anderen glauben, einfach ignoriert. In den Jahren nach diesem Buch hat die Welt angefangen, voller Angst und Ehrfurcht von disruptiver Innovation zu sprechen. Was in Wahrheit dahintersteckt sind
Regelbrüche. Und diese sind analysierbar, planbar und strategisch umsetzbar. Was sie bringen: Neue Geschäftsmodelle, neue Kundengruppen und Gewinne in Multimillionen oder Milliarden Euro.

Sie referieren beim mitteldeutschen Ernährungsgipfel, was können die Besucher von Ihnen erwarten?
Ich werde mit ihnen eine Zeitreise in die Zukunft machen. Ich werde ihnen das Zukunftsbild aufzeigen, wie Lebensmittel und Handel in zehn Jahren aussehen: Welche neuen Technologien in die Welt
gekommen sind? Wie diese das Alltagsleben und Arbeiten der Menschen verändert haben? Welche neuen Kundenbedürfnisse es gibt? Wie sich die Geschäftsmodelle der Unternehmen verändert haben?
Und vor allem werde ich den Teilnehmern Hinweise geben, was jeder von ihnen heute schon tun kann, um die Chancen all dieser Entwicklungen für sich und sein Unternehmen zu erkennen und aktiv zu
nutzen. Das wird ein Vortrag zum Chancen erkennen, in die Hand nehmen und Welt verändern! Ich freue mich sehr darauf.

Quelle: Lebensmittelpraxis, Ausgabe 14_2018

Automatisierung versus Individualisierung

Der 4. Mitteldeutsche Ernährungsgipfel widmet sich dem Thema „Ernährungskultur im Wandel - Automatisierung in Zeiten von Individualisierung". Am Dienstag, dem 4. September 2018, ab 10 Uhr im Congress Center der Messe Erfurt werden wieder hochkarätige Referenten mit den Branchenkennern über die Zukunft der Mitteldeutschen Ernährungswirtschaft diskutieren.

Die Veranstalter haben sich ein kniffliges Thema gesetzt. Denn zwischen dem Trend zur personalisierten Ernährung und der voranschreitenden Automatisierung in der Produktion klafft schon ein schwer zu überwindender Graben. Wie man diesen Spagat schaffen kann, soll auf dem Mitteldeutschen Ernährungsgipfel analysiert werden.

Während Stefanie Sabet, Geschäftsführerin und Leiterin des Büro Brüssel der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE), die Chancen und Herausforderungen für die Ernährungswirtschaft erläutert, nimmt Trendforscher Sven Gábor Jánszky die Zuhörer mit auf eine visionäre Reise in das Jahr 2030. Den technischen Aspekt des Tagungsthemas decken Dr. Andreas Schlegel vom Fraunhofer IWU Chemnitz und Jörg Flügge von der Batix Software GmbH in Saalfeld ab. Sie beschreiben die smarte Fabrik der Zukunft und die Rolle des Menschen in einem digitalisierten und automatisierten Prozess. Schließlich runden Norbert Hegmann, Geschäftsführer der ENSO eCommerce GmbH, und Max Wittrock von der mymuesli GmbH den Gipfel inhaltlich ab. MyEnso verspricht das individualisierte Einkaufen von morgen, bei dem der Kunde das Angebot bestimmt. Mymuesli ist zwar vielen bekannt. Doch wie schaffen es die drei Gründer, über 500 Billiarden verschiedene Müslisorten individuell auf die Kundenwünsche zuzuschneiden?

Quelle: Lebensmittelpraxis, Ausgabe14_2018

4. Mitteldeutscher Ernährungsgipfel auf der Erfurter Messe: Individuelle Ernährung im Trend

Die Branche trifft sich auf der Erfurter Messe.

Erfurt. Die Kunden der Ernährungsindustrie setzen in immer stärkerem Maße auf Individualität. Diesem Trend müsse die Branche folgen, sagte der Chef des Thüringer Ernährungsnetzwerkes, Matthias Gaida, gestern zur Eröffnung des 4. Mitteldeutschen Ernährungsgipfels auf der Erfurter Messe. Das nutze man, um außerhalb des Tagesgeschäftes über neue Inspirationen und Impulse ins Gespräch zu kommen, versicherte Gaida.

Das Podium sei in den vier Jahren seines Bestehens kontinuierlich gewachsen, verwies Gaida auf 260 Teilnehmer des Gipfels. Sie sorgten mit der Vielfalt ihrer Erzeugnisse für bunte Regale in den Supermärkten und erfüllten die Ansprüche und Erwartungen der Verbraucher, so der Netzwerkchef.

Schwergewicht der Wirtschaftskraft

Die Ernährungsbranche sei ein Schwergewicht der Wirtschaftskraft Thüringen, würdigte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in einer Videobotschaft von der auswärtigen Kabinettssitzung in Brüssel die Verdienste der 190 produzierenden Nahrungshersteller im Freistaat. Sie beschäftigen laut Ramelow nicht nur mehr als 20 000 Mitarbeiter, sondern erzielen zudem einen Jahresumsatz von mehr als 4,5 Milliarden Euro.

„Wenn sich ein Tatort mit der Marke Thüringer Klöße beschäftigt, macht das Menschen in ganz Deutschland neugierig darauf, das Land zu besuchen, aus dem diese Klöße kommen“, versicherte Ramelow. Diese Interesse der Menschen müsse man nutzen, um ihnen zu vermitteln, dass gute Nahrung ihren Preis habe, so der Regierungschef. Es gehe um eine höhere Wertschätzung der Erzeugnisse von Landwirtschaft und Ernährungsbranche.

Das Ernährungsgewerbe in Deutschland sei von den kleinen und mittelständischen Betrieben geprägt, erklärte Stefanie Sabet, Leiterin des Büros Brüssel von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie. So hätten die sechs größten Hersteller zusammen nur einen Anteil von 8,5 Prozent am Jahresumsatz der Branche in Deutschland. Ganz anders sehe dies allerdings im Lebensmitteleinzelhandel aus. Hier entfallen fast drei Viertel des Gesamtumsatzes auf die fünf größten Anbieter. In diesem Spannungsfeld agierten die Erzeuger.

Quelle: Bernd Jentsch / 05.09.18

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